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Neuerwerbung einer Skulptur von Berlinde De Bruyckere

Berlinde De Bruyckere (*1964), Zonder Titel, 1993, 1993, Hamburger Kunsthalle. Erworben 2026 mit Mitteln der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG, © Berlinde De Bruyckere, Foto: Julia Schwendner

Die Hamburger Kunsthalle freut sich außerordentlich über ihren neuesten Erwerb: die Skulptur Zonder Titel [Ohne Titel], 1993 (1993) der international bekannten belgischen Künstlerin Berlinde De Bruyckere, die mit Mitteln der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG angekauft werden konnte.

 Berlinde De Bruyckere (*1964, lebt und arbeitet in Gent, Belgien) zählt zu den renommiertesten Bildhauerinnen der Gegenwart. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit stehen die großen Themen der menschlichen Existenz: Nähe und Distanz, Liebe und Schmerz, Verletzlichkeit und Resilienz. Entsprechend setzt die Künstlerin in ihren Skulpturen Materialien ein, die ambivalent gedeutet werden können. Im Fall von Zonder Titel, 1993 ist es eine gebrauchte Decke: Sie symbolisiert sowohl Schutz, Sicherheit und Wärme, als auch Not, Krankheit und Verborgenes. Faszinierend und unheimlich zugleich stakst die überlebensgroße figürliche Skulptur auf Stelzenbeinen, die aus alten Feuerlöschern bestehen: Das tänzelnde Navigieren wird zum spannungsvollen Balanceakt.

Die bedeutende Neuerwerbung ist ab sofort bis Ende Juli 2026 im Lichthof der Galerie der Gegenwart zu sehen. Diese frühe Skulptur der Künstlerin ergänzt auf kongeniale Weise ihre seit 2021 in den Sälen der Alten Meister präsentierte Skulptur Arcangelo II, 2020 (2020). In Referenz zu der Gestalt eines »Erzengels« balanciert bei dieser Arbeit eine fast gänzlich durch eine Decke aus Wachs und Tierhaar verhüllte Figur zwischen fallen und fliegen und berührt aktuelle Themen wie Fürsorge, Empathie und universelles Leid.